Brillengläser: worauf es wirklich ankommt
Brillengläser entscheiden darüber, wie gut Sie sehen – die Fassung darüber, wie sie aussieht. Welche Formen und Materialien zur Auswahl stehen, zeigt unsere Seite zu den Brillengestellen. Trotzdem fällt die Wahl der Gläser oft nebenbei. Dabei stecken darin Material, Optik, Beschichtung und Zentrierung, und jeder dieser Punkte verändert das Sehergebnis spürbar. Bei Kresinsky in Würzburg arbeiten wir deshalb aus Überzeugung im Grunde hauptsächlich mit Rodenstock und vermessen jede Brille individuell.
Was macht gute Brillengläser aus?
Gute Brillengläser stimmen in vier Punkten: Material, Optik, Veredelung und Zentrierung. Das beste Glas nützt wenig, wenn es falsch in der Fassung sitzt. Deshalb bestimmen wir u.a. Augenabstand und Einschleifhöhe mit modernster Messtechnik, statt sie zu schätzen.
Rund 90 Prozent aller Gläser bestehen heute aus Kunststoff. Sie sind leicht, bruchfest und dauerhaft UV-beständig, außerdem lassen sie sich besser veredeln als mineralisches Glas. Mineralische Gläser spielen ihre Stärke nur noch in Sonderfällen aus, etwa bei extremer Kratzbelastung.
Mindestens ebenso wichtig ist die Zentrierung. Ein Glas wirkt nur dort optimal, wo Ihre Pupille tatsächlich hindurchschaut. Weicht die Einschleifhöhe um wenige Millimeter ab, wandert der schärfste Punkt aus der Blickrichtung – bei Gleitsicht merken Sie das sofort, bei Einstärkengläsern je nach Brillenglasstärke. Deshalb vermessen wir u.a. Augenabstand und Höhe am Impressionist 4 und nicht mit dem Lineal.
Welche Glasarten gibt es?
Einstärkengläser korrigieren eine Entfernung, Gleitsichtgläser alle Entfernungen stufenlos, Arbeitsplatzgläser den Bereich zwischen Schreibtisch und Raum. Welche Bauart passt, hängt von Ihrem Alter und Ihrem Alltag ab – nicht vom Preis.
Einstärkengläser stecken in der klassischen Fernbrille und in der Lesebrille. Ab etwa 40-45 Jahren kommt die Alterssichtigkeit dazu, und dann führt der Weg meist zu einer Fernbrille mit Nahunterstützung (Wellnessbrille) oder zur Gleitsichtbrille. Wer viel am Bildschirm arbeitet, fährt dagegen häufig mit einer Arbeitsplatzbrille entspannter, weil sie den Nahbereich großzügiger auslegt.
Eine Sonderrolle spielen biometrische Gläser. Sie werden nicht allein nach Dioptrienwert berechnet, sondern nach der tatsächlichen Form und Länge Ihres Auges. Was dahintersteckt, lesen Sie auf unserer Seite zu den Sensitive-Brillengläsern. Einen Überblick über alle Brillenarten gibt außerdem unser Brillen-Bereich.
Welche Veredelungen sind sinnvoll?
Super-Entspiegelung, Hartschicht und Clean-Beschichtung sind bei uns bereits im Glaspreis enthalten – auch beim Glas ab 109 Euro. Extra kosten nur die höheren Stufen, etwa ein Lotuseffekt der neuesten Generation. Die Grundausstattung reicht für die meisten Träger völlig aus.
Jede Schicht hat eine klare Aufgabe. Die Entspiegelung nimmt Reflexe aus dem Glas, damit Ihr Gegenüber Ihre Augen sieht und Sie nachts weniger geblendet werden. Die Hartschicht schützt vor Kratzern. Die Clean-Beschichtung lässt Wasser und Fett abperlen, sodass sich das Glas leichter reinigen lässt.
Unterschiede gibt es vor allem bei der obersten Schicht. Je glatter sie ist, desto weniger haftet Schmutz. Die derzeit beste Oberfläche in unserem Sortiment heißt X-tra Clean und kombiniert Super-Entspiegelung, Premium-Hartschicht, UV-Schutz, Antistatik-Effekt und einen besonders glatten Top-Coat. Ob sich der Aufpreis lohnt, hängt vom Alltag ab: Wer viel draußen ist oder ständig putzt, merkt den Unterschied täglich. Wer die Brille nur zum Lesen aufsetzt, eher nicht – und dann sagen wir das auch.
Wie funktionieren selbsttönende Brillengläser?
Selbsttönende Brillengläser enthalten Moleküle, die sich unter UV-Strahlung verfärben und im Dunkeln wieder aufhellen. Draußen werden sie zur Sonnenbrille, drinnen wieder klar. Der Aufpreis liegt bei rund 100 Euro je Glas, bei Einstärken wie bei Gleitsicht.
Einen Punkt sprechen wir dabei offen an: Klassische selbsttönende Gläser dunkeln hinter der Windschutzscheibe so gut wie nicht ab. Autoscheiben filtern das UV-Licht heraus, und genau dieses Licht löst die Tönung aus. Wer eine Brille fürs Autofahren sucht, war deshalb lange mit einer eigenen Sonnenbrille besser bedient.
Seit diesem Jahr gibt es dafür eine Lösung. ColorMatic Dark reagiert zusätzlich auf sichtbares Sonnenlicht und dunkelt darum auch im Auto nach; erhältlich ist es in Smoky Grey und Chestnut Brown. Für den Alltag draußen bleibt ColorMatic X die Standardwahl, das seit April 2026 die frühere IQ-Reihe ablöst. Und wer schon im Innenraum eine leichte Tönung möchte, findet in der Sun-Variante vier Farbtöne mit dunklerer Grundtönung, die bis zu 90 Prozent Absorption erreichen. Welche Variante zu Ihnen passt, klären wir am besten im Gespräch.
Was bringt ein Blaulichtfilter?
Ein Blaulichtfilter senkt den blauen Anteil im Licht messbar. Ein Nachweis, dass dadurch Augenschäden vermieden oder der Biorhythmus verbessert wird, fehlt bislang. Einen Vorteil kann er am Monitor haben – pauschal empfehlen wir ihn nicht.
Die Werbung verspricht bei diesem Thema mehr, als die Studienlage hergibt. Belegt ist die Filterwirkung, nicht der gesundheitliche Nutzen. Hinzu kommt ein praktischer Nachteil: Filtergläser spiegeln im Alltag stärker und zeigen oft einen leichten Farbstich.
Deshalb verkaufen wir Blaulichtfilter nicht aktiv. Wer einen möchte, bekommt ihn selbstverständlich: Bei Lagergläsern kostet er rund 20 Euro Aufpreis je Glas, bei Gläsern aus der Rezeptfertigung entsteht gegenüber der normalen Super-Entspiegelung kein Mehrpreis. Wer über müde Augen am Bildschirm klagt, dem hilft nach unserer Erfahrung allerdings häufiger eine korrekt bestimmte Nahunterstützung.
Zeiss oder Rodenstock: welche Gläser sind besser?
Beide Hersteller fertigen auf hohem Niveau, und keiner ist grundsätzlich besser. Entscheidender als die Marke ist, wie sorgfältig gemessen und zentriert wird. Wir arbeiten aus Überzeugung mit Rodenstock, weil uns die biometrische Glasberechnung überzeugt.
Die Frage kommt in Beratungsgesprächen regelmäßig auf, und die ehrliche Antwort fällt unspektakulär aus: Der Unterschied zwischen zwei Premium-Gläsern ist kleiner als der Unterschied zwischen sorgfältiger und nachlässiger Anpassung. Ein Spitzenglas, das drei Millimeter zu tief sitzt, schlägt kein Standardglas, das korrekt eingeschliffen ist.
Für Rodenstock haben wir uns bewusst entschieden. Ausschlaggebend war die biometrische Berechnung, die nicht nur den Dioptrienwert, sondern die tatsächliche Form des Auges einbezieht – dafür vermessen wir jedes Auge beim Sehtest mit dem DNEye Scanner. Dazu kommen kurze Wege zum deutschen Hersteller und eine belastbare Garantie.
Essilor verarbeiten wir gezielt dort, wo es fachlich sinnvoll ist: bei Myopie-Gläsern für Kinder sowie dann, wenn jemand bereits Essilor getragen hat und ausdrücklich dabei bleiben möchte. Zeiss-Gläser gehören dagegen nicht zu unserem Standardsortiment. Wer gezielt danach sucht, sagt uns das am besten vorab – dann klären wir ehrlich, ob wir die richtige Adresse sind.
Was kosten Brillengläser?
Einstärkengläser starten bei 109 Euro je Glas, inklusive 1,6er Material, Super-Entspiegelung und Clean-Beschichtung. Höhere Veredelungsstufen kosten rund 50 Euro mehr, die beste Oberfläche liegt bei 279 Euro je Glas. Gleitsichtgläser beginnen bei 469 Euro.
Das Glas für 109 Euro ist ein vorgefertigtes Lagerglas und für viele Werte völlig ausreichend. Mit dem Lotuseffekt der älteren Generation kostet es 159 Euro. Alle weiteren Varianten fertigen wir individuell nach Rezept. Hier liegt der Aufpreis für den aktuellen Lotuseffekt bei rund 50 Euro pro Glas. Als individuell gefertigtes Einstärkenglas mit der besten verfügbaren Oberfläche kostet es 279 Euro.
Bei Gleitsichtgläsern hängt der Preis vor allem davon ab, wie individuell gerechnet wird. Die Spanne reicht bei uns von 469 Euro bis 889 Euro je Glas. Was den Unterschied ausmacht und für wen sich die höhere Stufe lohnt, erklären wir auf der Seite zur Gleitsichtbrille.
Selbsttönende Gläser kosten rund 100 Euro Aufpreis je Glas. Aufpreise für dünnere Materialien nennen wir dagegen bewusst nicht pauschal, weil sie stark von Ihren Werten abhängen. Den Preis für Ihre Brille bekommen Sie vor der Bestellung schriftlich – ohne Überraschung beim Abholen.
Wie lange halten Brillengläser?
Rodenstock gibt zwei Jahre Qualitätsgarantie auf die Gläser und drei Jahre auf Premium-Veredelungen. Zeigt ein Glas in dieser Zeit einen Qualitätsmangel, erhalten Sie über uns kostenlos identischen Ersatz. Praktisch halten Gläser meist so lange, wie Ihre Werte stimmen.
Der häufigere Grund für neue Gläser ist nämlich nicht Verschleiß, sondern eine veränderte Sehstärke. Bei Erwachsenen verschiebt sie sich langsam, ab etwa 45 Jahren dagegen spürbar schneller. Ein Sehtest alle zwei Jahre zeigt, ob sich ein Wechsel lohnt.
Wie lange die Beschichtung hält, entscheidet vor allem die Pflege. Trocken geputzte Gläser bekommen feine Kratzer, die sich später als Schleier bemerkbar machen. Wie Sie das vermeiden, steht auf unserer Seite zur Brillenreinigung. Sollen nur die Gläser getauscht werden, übernimmt das unsere Werkstatt im Haus – sofern die Fassung es hergibt.
Sie wissen nicht, welche Brillengläser zu Ihrem Alltag passen? Dann vereinbaren Sie einen Beratungstermin bei Kresinsky in der Würzburger Domstraße. Wir messen Ihre Augen aus, zeigen Ihnen die Unterschiede an echten Gläsern und sagen Ihnen auch dann Bescheid, wenn die günstigere Variante für Sie ausreicht. Technische Details zu den Gläsern finden Sie außerdem beim Hersteller Rodenstock.
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